Rassekaninchen auf der Roten Liste: Warum ihr Erhalt wichtiger denn je ist
- 30. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Vielfalt unserer einheimischen Nutztierrassen ist ein wertvoller Teil des kulturellen Erbes und der biologischen Vielfalt in Deutschland. Doch viele dieser Rassen sind bedroht. Die Rote Liste gefährdeter einheimischer Nutztierrassen 2025, herausgegeben von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), zeigt deutlich, wie ernst die Lage ist: Rund 60 Prozent der einheimischen Groß- und Kleintierrassen gelten inzwischen als gefährdet
Auch Kaninchenrassen unter Druck
Besonders betroffen sind die Kleintiere – dazu zählen Geflügel- und Kaninchenrassen. Von insgesamt 125 erfassten einheimischen Kleintierrassen gelten 64 als gefährdet
Ein alarmierendes Beispiel sind die Angorakaninchen, deren Bestände in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Die BLE stuft diese traditionsreiche Rasse mittlerweile als „extrem gefährdet“ ein. Ursache sind unter anderem sinkende Züchterzahlen und der hohe Aufwand, den die Haltung und Pflege dieser Tiere erfordert.
Um das genetische Erbe der Angorakaninchen langfristig zu sichern, werden derzeit erstmals Maßnahmen zur Ex-situ-Erhaltung ergriffen: Sperma von Kaninchen soll in der Deutschen Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere eingelagert werden. Dies unterstreicht, wie kritisch die Situation bereits ist.
Rassekaninchen stehen für Vielfalt und Kulturgut
Rassekaninchen sind weit mehr als Liebhabertiere. Sie stehen für regionale Zuchttraditionen, genetische Vielfalt und angepasste Eigenschaften, die über Generationen hinweg entwickelt wurden. Geht diese Vielfalt verloren, lassen sich die Rassen später nicht einfach ersetzen. Jede einzelne Rasse trägt einzigartige Merkmale in sich – sei es in Bezug auf Robustheit, Fellstruktur, Nutzung oder Anpassung an bestimmte Haltungsformen.
Was jede und jeder tun kann
Der Erhalt gefährdeter Nutztierrassen ist nicht allein Aufgabe von Züchterinnen, Züchtern oder Institutionen. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können einen Beitrag leisten – etwa durch die Unterstützung von Zuchtinitiativen, durch Öffentlichkeitsarbeit oder durch den bewussten Umgang mit Produkten und Informationen rund um alte und gefährdete Rassen. Wichtig ist vor allem, Aufmerksamkeit zu schaffen und den Wert der Rassevielfalt sichtbar zu machen.
Weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen zu allen einheimischen Nutztierrassen, ihren Gefährdungskategorien sowie Hintergründen zum Erhalt stellt die BLE in der aktuellen Broschüre
„Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025“ zur Verfügung.
Die Broschüre kann hier online abgerufen werden:
Der Schutz der Rassekaninchen ist ein wichtiger Baustein für den Erhalt unserer biologischen Vielfalt. Jede Aufmerksamkeit, jede Zucht und jedes Engagement zählt.




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